Es stellt sich die Frage, ob Liebesbriefe überhaupt noch eine Zukunft haben - jetzt, da es Computer und Handys gibt. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns mit der Geschichte des Liebesbriefes beschäftigt. Denn wer kam eigentlich auf die Idee, seine Liebe niederzuschreiben?
Die meisten Leute glauben, dass es die Liebesbriefe schon immer gab, und dass sie auch nicht aussterben werden. Doch den eigentlichen Liebesbrief gibt es erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts, da zuvor Briefe ausschließlich amtlich und militärisch waren. Irgendwann begannen dann aber auch Frauen, Briefe zu schreiben, und zwar so, wie sie es zuvor in Romanen gelernt hatten. Frauen schrieben über die Wunschvorstellungen ihrer Liebe, da sie zu dieser Zeit strengen gesellschaftlichen Zwängen erlegen waren. Verschiedene Dichter wie Goethe benutzten den Brief als literarische Darstellungsform. So entstand der Briefroman, der so real wirkte, dass viele diese Form nachahmten.
Der Brief entwickelte sich bald vom klassischen Gespräch zum Monolog, viele dieser Briefe erscheinen wie ein Tagebuchersatz, da sie einen Teil der Seele widerspiegeln. Die meisten Schreiberlinge „normaler“ Briefe wollen entweder Informationen übermitteln, an etwas appellieren oder sich offenbaren. Ein Liebesbrief jedoch ist eine Mischung aus allen drei Punkten.
Doch viele Menschen sind der Ansicht, dass der Liebesbrief keine Zukunft hat, da es sehr viel Mut erfordert, so viel über sich und seine Gefühle Preis zu geben. Da ist es einfacher, eine SMS zu schreiben, in der man sich kurz fassen muss, nicht die Chance hat, vom eigentlichen Grund abzuschweifen oder zu viel Gefühl zu zeigen. Außerdem sind Rechtschreibfehler übrigens auch kein Problem, da sie einfach mittlerweile zu einer SMS dazugehören.
Wenn man jedoch noch andere Formen einbringen möchte (z. B. ein Gedicht oder Bilder), so sollte man sich an die traditionelle Form halten und einen Brief schreiben, vorausgesetzt man traut sich das. Doch bevor man zu lange in der Ungewissheit schwebt, ist eine kurze und unverfängliche SMS besser als nichts.
Unserer Meinung nach sterben Liebesbriefe nicht aus, denn es wird immer einige geben, die sich noch Zeit für die Liebe nehmen und zur Not auch stundenlang vor einem leeren Blatt Papier sitzen. Zudem freut sich doch jeder über einen schönen und persönlichen Brief, in dem die Gefühle des anderen deutlich werden.
Unser Buchtip zum Thema Liebesbriefe:
David Tage, Mona Nächte
„Ich habe mir den Brief geschnappt und bin in mein Zimmer. War das schön. Langsam den Umschlag aufzuppeln, dann das Blatt rausfischen, deine Schrift, aber erst einmal am Papier schnuppern …“
Mona schreibt David und David schreibt Mona und so nach und nach kommt da ein ganz anderer David zum Vorschein.
von: Andreas Steinhöfel und Anja Tuckermann
ISBN: 3-551-35106-6

Haben Liebesbriefe eine Zukunft?
Einen Liebesbrief kann man aufheben und ihn auch noch Jahre später lesen (wenn man möchte). Das kann man mit SMS und e-mails nicht.
Außerdem kann man ihn schön gestalten, kann viel Liebe reinpacken. Also ich meine Liebesbriefe haben es in sich.
Ach so! Wenn einer nicht weiß was schreiben: Lest mal im Alten Testament das Hohelied, oder wie es auf Hebräisch heist “Lied der Lieder” (Schir ha-Schirim)da gibt es Anregungen. Gut für unsere Klassikfreunde gibt es auch noch die “ars amatoria” des Ovid oder Gedichte des Catull, bzw. der Sapho.
Grüsse
Gü