Mitte des 19. Jahrhunderts gründet Franz Haniel die Zeche Zollverein, nachdem er im Essener Norden 13 zusammenhängende Kohlefelder erwarb. Benannt wurde diese nach dem Deutschen Zollverein, in dem sich 1834 14 deutsche Staaten zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet zusammenschlossen.
Die Gründung der Zeche Zollverein löste weit über das Ruhrgebiet hinaus eine „Goldgräberstimmung“ aus. Die Bewohner der bis dato landwirtschaftlich geprägten Region erhofften sich endlich das schnelle und leicht erarbeitete Geld.
So kamen viele neue Arbeiter, vor allem aus Osteuropa, und siedelten sich mit ihren Familien in den umliegenden Dörfern Katernberg, Schonnebeck und Stoppenberg an. Langsam wuchsen diese Dörfer dann durch den ständigen Zufluss an Siedlern zusammen und gaben so der Großstadt Essen ihre ersten Formen.
Das markante Aussehen der Zeche Zollverein, genauer des Schachts XII, bekam diese aber erst fast ein halbes Jahrhundert später durch die Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer. Diese lehnten ihren Stil dem Bauhaus an, der durch eine hohe Symmetrie gekennzeichnet ist. Charakteristisch für diese Zeche ist, dass zu Wahrung dieser Symmetrie, an manchen Stellen Gebäude stehen, deren Größe in keinem Verhältnis zu ihrer ursprünglichen Nutzung steht.
1932 ging der Schacht XII in Betrieb, der als Gegengewicht zur damaligen Wirtschaftskrise gedacht war, und bis dahin unerreichte Fördermengen von 12.000 Tonnen pro Tag erzielte. Ein paar Jahrzehnte vorher waren noch 10.000 Tonnen die durchschnittliche Jahresfördermenge einer Zeche.
Einen weitern Meilenstein stellte der Bau der Kokerei 1957-1961 dar. Diese erreichte einen Rekord Ausstoß von täglich 8.500 Tonnen und führte zusammen mit den Stahlwerken, in denen der Koks verfeuert wurde, zur Blütezeit der Industrieregion Ruhrgebiet.
Als Mitte der 80er-Jahre die Kohle- und Stahlkrise auch in Essen ihren Tribut forderte, schloss am 23.12.1986 die Zeche Zollverein als letzte der Essener Zechen. Und bescherte dem Essener Norden den wirtschaftlichen Niedergang, von dem er sich bis heute nicht mehr erholt hat.
Felix Hoffmann

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