Der Seelsorger

24. Januar: Franz von Sales

Franz von Sales wurde 1567 in Thorens (Savoyen) geboren und wurde von seinem Vater zunächst für eine juristische Laufbahn bestimmt. Er studierte seiner Zeit entsprechend in Paris und Padua und erwarb sich einen Doktortitel für weltliches und kirchliches Recht. “Nebenher” studierte er Theologie, weil sein Vater von einer kirchlichen Laufbahn nichts wissen wollte. Der Vater hätte seinen Sohn gerne in höchsten politischen Ämtern gesehen und es war für ihn ein schwerer Schlag, als der Sohn Priester wurde. Trotzdem dürfte der Sohn den Vater nicht entäuscht haben, denn er wurde zunächst Missionar in seiner Heimat, dann Bischof von Genf und einer der größten Seelsorger seiner Zeit. Als Bischof hatte er nicht viel Glück. Die Hälfte der Gläubigen seiner Diözese war zum Calvinismus übergetreten und da die Ausübung des katholischen Glaubens in Genf verboten war, musste er in Annecy residieren. Trotzdem war er unermüdlich um die Reform der Kirche nach den Bestimmungen des Konzils von Trient bemüht. Er war ein gesuchter Prediger und predigte am französischen Königshof, in ganz Frankreich und in Savoyen. Aber vor allem war er ein Meister der Spiritualität. Er war jemand, der ohne Schnörkel ganz klar auf den Punkt kam:

Anlässlich einer Fastenpredigt in Dijon, wurde er vom dortigen Bischof zum Essen eingeladen. Neben ihm saß eine junge Witwe, Johanna Franziska von Chantal, Mutter von vier Kindern. Sie galt bei ihren Bekannten als starke Frau, steckte aber in großen inneren Nöten. Weil sie sich dem geistlichem Leben widmen wollte, wollte sie Witwe bleiben und war auf der Suche nach einem geistlichen Begleiter.

Franz von Sales redete nicht viel zu ihr: “Gnädige Frau, wollen Sie sich wieder verheiraten?” Und als sie verneinte, meinte er: “Dann müssen sie jetzt aber auch das Reklameschild einholen!” und wies dabei auf ihre Halskette und ihre Ohrringe. Frau von Chantal hätte jetzt allen Grund gehabt, den Bischof von Genf als ungehobelten Kerl zu bezeichnen, aber sie entdeckte in ihm, den Menschen, der ihr helfen konnte und das hat Franz von Sales auch getan. Ihr und vielen anderen Menschen. Gemeinsam gründeten sie den “Orden von der Heimsuchung“. Es war ein Orden, der Frauen aufnahm, die ein geistliches Leben führen wollten aber aus gesundheitlichen oder aus Altersgründen, in anderen Orden nicht aufgenommen worden wären.

Franz von Sales starb am 28.12.1622 und wurde bereits 1665 heiliggesprochen.

Es ist wirklich ein Genuss, die Briefe aber auch die Anleitungen zum geistlichen Leben zu lesen. Sie zeichnen sich aus durch tiefe Spiritualität, gesunden Menschenverstand und einer Sorge um das Heil der ihm anvertrauten Seelen. Kein Wunder, dass er so zum Vorbild für den jungen Priester Johannes Bosco und der Salesianer werden konnte.

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