Der Schüler

Zur Zeit Don Boscos gab es noch nicht viele Gymnasien und wer eine höhere Schule besuchen wollte, musste in die großen Städte gehen und dort im Internat wohnen. Auch Don Bosco hatte im Turiner Stadtteil Valdocco ein solches Internat aufgemacht.
Als er eines Tages auf Urlaub zu Hause in Becchi war, wurde ihm von einem Nachbarn ein zwölfjähriger Junge vorgestellt, der als sehr begabt galt. Heute würde man vielleicht von einem Hochbegabten reden.
Der Junge hieß Dominikus Savio, sein Vater stellte Werkzeuge her und die Mutter war eine Schneiderin. So kam es dann auch dazu, dass Don Bosco zu Dominikus sagte: „Du scheinst ja von einem besonders gutem Stoff zu sein!“ Worauf Dominikus antwortete: „Und ihr seid ein guter Schneider!“ Tatsächlich beherrschte Don Bosco das Schneiderhandwerk, aber hier war was anders gemeint: Dominikus Savio wollte Priester werden und er wollte kein mittelmäßiger Priester sein, sondern nichts weniger, als ein Heiliger. Er wusste, dass Don Bosco ihm helfen konnte und er vertraute sich ganz seiner Führung an.
Don Bosco gab ihm dann auch ein ganz einfaches Rezept, wie das gelingen kann mit dem Heiligwerden:
1. Fröhlichkeit, denn „ein trauriger Heiliger ist ein trauriger Heiliger“.
2. Schulische und religiöse Pflichterfüllung.
3. Anderen Gutes tun.
Zur Zeit Don Boscos waren die Schüler nicht anders als heute. Auch damals wurden Schüler gehänselt, heute würde man sagen „gemobbt“. Dominikus beteiligte sich nicht an solchen Aktivitäten, aber er tat etwas dagegen. Zusammen mit Freunden gründete er das „Immaculatabündnis“. Die Mitglieder dieses Bündnisses trugen entschieden dazu bei, dass sich das Klima in der Schule verbesserte. Wenn es zu Schlägereien kam gingen sie dazwischen, beruhigten die Streithähne, halfen den Schülern, die von anderen unterdrückt wurden und denen, die neu an der Schule waren.
Dieses Immaculatabündnis, das Meisterwerk eines 13 jährigen Schülers, gab es über 100 Jahre lang an jeder Don Bosco Einrichtung.

Vor hundert Jahren war die Sterblichkeit unter den Kindern und Jugendlichen sehr hoch, auch Dominik Savio starb mit 14 Jahren an einer Lungenentzündung, gegen die es damals noch keine Medikamente gab. Trotzdem hatte er kein vergebliches Leben gelebt. Don Bosco und viele andere, die ihn gekannt haben, waren überzeugt, dass Dominikus Savio ein Heiliger war. Er gilt als Patron der Schüler und der Ministranten und wenn in Italien ein Kind geboren wird, dann wird Dominikus Savio als Fürsprecher angerufen.
Sein Gedenktag begeht die Kirche am 6. Mai.

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